Schulentwicklung

Digitalisierung
als Querschnittsaufgabe

Digitalisierung und Schulentwicklung

Digitalisierung betrifft alle Bereiche der Schule. Gemischte Teams sind hilfreich, um Digitalisierung als Querschnittsaufgabe der Schulentwicklung erfolgreich umzusetzen. An den Projektschulen sind dazu sogenannte „Digi-Teams“ gebildet worden. Sie werden von der Schulleitung unterstützt und sorgen dafür, dass alle Bereiche, die von der Digitalisierung betroffen sind, bei dem Transformationsprozess in der Schule beachtet werden.
Im Folgenden sind die Erfahrungen zur Schulentwicklung als Querschnittsaufgabe dargestellt:

Digi-Teams als „professionelle Lerngemeinschaften“

Im Digi-Team sind neben Mitgliedern der Schulleitung Lehrkräfte vertreten, die Expertise und Zuständigkeit in folgenden Bereichen verkörpern:

  • IT-Infrastruktur der Schule
  • Schulverwaltung
  • Personalführung und Personalentwicklung
  • Unterrichtsentwicklung und digital gestütztes Lernen
  • ggf. Medienpädagogik und Informatik

Diese Zusammensetzung stellt sicher, dass unterschiedliche Perspektiven zur Medienintegration in den Veränderungsprozess eingebracht werden, und dass sie über die notwendige Expertise verfügen, die damit verbundenen Aufgaben zu bewältigen.
Die Digi-Teams

  • erarbeiten Lösungen für die Integration digitaler Medien an ihrer Schule,
  • verankern die systematische Nutzung digitaler Medien in der gesamten Schule,
  • unterstützen die schulinterne Lehrerfortbildung,
  • stehen als Ansprechpartner für das Kollegium zur Verfügung,
  • übernehmen gemeinsam Verantwortung für diese Innovationsaufgabe,
  • etablieren Entwicklungskreisläufe, mit deren Hilfe technologische Neuerungen gewinnbringend an die Schule geholt werden.

Die Digi-Teams an den Projektschulen verstehen sich nicht als „digitale Elite“. Sie suchen aktiv den Dialog mit dem Kollegium, den Eltern sowie mit den Schülerinnen und Schülern. Die Etablierung einer Feedback-Kultur hat daher eine besondere Bedeutung. Regelmäßig werden mit digitalen Feedbackwerkzeugen anlassbezogen Rückmeldungen von allen Beteiligten eingeholt. So können immer wieder zügig Anpassungen vorgenommen werden, z. B. bei der Ausstattung oder bei den Fortbildungen.

Beitrag der Schulleitung

Die Schulleitung ist im Digi-Team vertreten und sieht sich auch als Rollenvorbild. Sie nutzt selbst konsequent digitale Medien und lebt eine aufgeschlossen-kritische Haltung gegenüber digitalen Medien vor. Sie ermutigt Lehrkräfte,

  • sich als „Veränderungsagent“ zu verstehen,
  • Prozesse aktiv mitzugestalten,
  • digitale Medien für Lernaktivitäten zu nutzen.

In der Kommunikation mit dem Kollegium sorgt die Schulleitung für Klarheit über Ziele und Vorgehen, auch hinsichtlich der phasenweisen Priorisierung des Themas „Digitalisierung“ in der Schulentwicklung.

Die Schulleitung schafft die Voraussetzungen für digital gestütztes Lernen und Arbeiten an der Schule. Dazu gehören v. a.

  • eine passende IT-Ausstattung,
  • digitale Lösungen für administrative Aufgaben,
  • Unterstützungsangebote für technische und für pädagogisch-didaktische Fragen,
  • systematische Planung der schulinternen Fortbildungen,
  • Förderung der Kooperation im Kollegium und einer Kultur des Teilens,
  • Förderung einer lernwirksamen Mediennutzung im Unterricht,
  • Schaffung einer positiven Fehlerkultur und von Freiräumen, Veränderungen zu gestalten und Neues auszuprobieren.

Agile Methoden: Innovation und Partizipation

Für die Gestaltung der Digitalisierung an der Schule eignen sich agile Methoden, mit denen man schnell und effizient auf neue Entwicklungen reagieren kann. Einige Modellschulen nutzen z. B. folgende Elemente des agilen Projektmanagements:

  • Digitales „Kanban-Board“: Ein komplexes Thema wird in Teilaufgaben und Prozessschritte zerlegt und auf einer „Tafel“ visualisiert. Der Fortschritt in der Bearbeitung wird sichtbar gemacht, indem die Prozessschritte von der linken Spalte („to do“) in Spalten in der Mitte („work in progress“) nach rechts („done“) wandern. Neben dem Fortschritt wird sichtbar, wo Schwachstellen und Engpässe sind. Die Darstellung der Prozessschritte dient auch dazu, die Arbeitsmenge zu begrenzen. Es soll vermieden werden, dass zu viele Prozesse gleichzeitig gestartet werden. Der Fokus ist auf das Ergebnis gerichtet.
  • „Backlog“: In diesem „Warteschleifen-Dokument“ werden Themen gesammelt, die im Rahmen der Digitalisierung wichtig wären. Jeder aus der Schule kann Themen einbringen, die bei der Planung der weiteren Schritte beachtet werden sollten. Das Digi-Team klärt mit dem Kollegium oder anderen Beteiligten, in welchem Bereich besonderer Veränderungsbedarf besteht, und „holt“ sich aus der „Warteschleife“ im Sinne eines „Pull-Prinzips“ die nächste Aufgabe. So wird angeregt, dass alle in der Schule Verantwortung für Verbesserungen von Prozessen und Abläufen übernehmen und Veränderungen an den Bedürfnissen der Schule orientiert sind.

In der Kommunikation mit dem Kollegium und dem Digi-Team der Schule dienen das Board und das „Warteschleifen-Dokument“ dazu, Veränderungsprozesse transparent zu machen, einen Überblick zu behalten und ergebnisorientiert zu arbeiten. Nach Erledigung einer Teilaufgabe wird diese im Wiki und der Cloudlösung der Schule dokumentiert.