Lernen
digital

Lernen in der digital vernetzten Welt

Digitales und Schule

Die Bedeutung und Tragweite der digitalen Transformation für Schule und Bildung sind seit vielen Jahren Gegenstand der politischen, wissenschaftlichen und öffentlichen Diskussion.
Während anfangs noch diskutiert wurde, ob digitale Medien überhaupt für Lehr- und Lernprozesse verwendet werden sollten, wird inzwischen thematisiert, wie Tablets und andere digitale Endgeräte das Lernen und die persönliche Entwicklung von Kindern und Jugendlichen fördern können.
Die Herausforderungen, Lernen während der Corona-Pandemie flexibel und auch auf Distanz zu organisieren, hat das Potenzial digitaler Medien für Lernprozesse nochmals in ein anderes Licht gerückt.

Mehr Informationen zum „Mehrwert“ digitaler Medien finden sich hier.

Inhaltsübersicht

Das Thema „Lernen in der digital vernetzten Welt“ gliedert sich in folgende Aspekte:

  • Anforderungen an Schule in einer digital vernetzten Welt (1)
  • Unterrichtsentwicklung mit digitalen Medien in der Schule (2)
  • Prüfungskultur und digitale Medien (3)

(1) Anforderungen an Schule in einer digital vernetzten Welt

In der „Dagstuhl-Erklärung: Bildung in der digitalen vernetzten Welt“ , 2016 von der „Gesellschaft für Informatik“ veröffentlicht, finden sich die Perspektiven der Digitalisierung für Schule und Bildung. Für ein selbstbestimmtes Leben in einer digital vernetzten Welt ist es demnach notwendig,

  • genügend technologisches Hintergrundwissen zu haben, um zu verstehen, wie Softwarelösungen und andere Systeme funktionieren und um sie ggf. auch mitzugestalten (technologische Perspektive),
  • die Wechselwirkungen zwischen der digital vernetzten Welt und Individuen bzw. der Gesellschaft zu erkennen und damit umzugehen, so dass man z. B. Informationen beurteilen, einen eigenen Standpunkt entwickeln und an der gesellschaftlichen Entwicklung teilzunehmen kann (gesellschaftlich-kulturelle Perspektive),
  • als Anwender zielgerichtet Softwarelösungen und andere Systeme auszuwählen, sie sicher handhaben zu können und effizient zu nutzen (anwendungsbezogene Perspektive).

Auf Schule bezogen ergeben sich daraus v. a. zwei Handlungsfelder:

  • Lernen mit Medien – Digitales als Unterrichtswerkzeug, u. a. für aktuelle Informationen, für die Kooperation und Kommunikation und für die individuelle Förderung
  • Lernen über Medien – Digitales als Unterrichtsinhalt, u. a. um die Einsatzmöglichkeiten von Informationstechnologien zu verstehen und kritisch reflektieren zu können bzw. um Chancen und Gefahren der Digitalisierung einordnen zu können.

Der Leitmedienwechsel vom Buch zum vernetzten Computer als Folge der digitalen Transformation bedeutet auch, dass sich die elementaren Kulturtechniken Lesen, Schreiben und Rechnen nicht mehr ohne digitale Technik denken lassen.

(2) Unterrichtsentwicklung mit digitalen Medien

Digitale Medien können Lehren und Lernen in drei Handlungsfeldern verändern:

1. Kompetenzerwerb von Schülerinnen und Schülern
Der Aufbau von Medienkompetenz wird zu einer Querschnittsaufgabe in allen Fächern. So kann das übergeordnete Bildungs- und Erziehungsziel der Medienbildung erreicht werden. Im Schulversuch sind dazu Prototypen für schulartspezifische Mediencurricula erarbeitet worden, die die Progression des Kompetenzerwerbs verdeutlichen.
2. Unterrichtsgestaltung
Durch den Einsatz von Plattformen und anderen Technologien wie Apps ergeben sich neue Möglichkeiten im Klassenzimmer, Lernen individueller und interaktiver zu gestalten. Unterricht wird projekt- und produktorientierter.
3. Weiterentwicklung des Fachunterrichts
Die Potenziale digitaler Medien, Lehr- und Lernprozesse mitzugestalten, werden durch Technologien für den Fachunterricht ergänzt. Es besteht noch Bedarf an wissenschaftlicher Fundierung der fachspezifischen Medienintegration, aber erste „Trends“ und Erfahrungen lassen sich darstellen.

In der Unterrichtspraxis sind diese Handlungsfelder nicht getrennt voneinander zu denken, sondern in der Regel miteinander verknüpft.

Informationen zum fortlaufenden und fachintegrativen Aufbau von Medienkompetenz finden sich hier.

Die erweiterten Möglichkeiten der Unterrichtsgestaltung finden sich hier.

Im Bereich „Fachunterricht“ werden Trends und Erfahrungen vorgestellt.

(3) Prüfungskultur und digitale Medien

Prüfungs- und Lehr- bzw. Lernkultur stehen in einem engen Zusammenhang. Der Erwerb von Medienkompetenz bekommt ein anderes Gewicht, wenn die Fähigkeiten, mit digitalen Medien sachgerecht umgehen zu können, in Leistungserhebungen abgerufen werden.

Im Schulversuch sind dazu erste Erfahrungen im Bereich der „kleinen“ Leistungserhebungen an Realschule und Gymnasium gemacht worden. Das Thema wird im Schuljahr 2020/2021 weiterbearbeitet.