Fachunterricht

Lernen in der digital vernetzten Welt

Beim Einsatz digitaler Medien stellt sich die Frage, welchen Beitrag digitale Medien für die „Fachlichkeit“ leisten können. Die Fachdidaktik der unterschiedlichen Fächer bzw. Fachbereiche hat gerade erst begonnen, sich intensiver damit zu beschäftigen. Parallel ist zu beobachten, dass in den Fortbildungsangeboten für Lehrkräfte, die fachspezifische Nutzung digitaler Medien immer mehr Raum einnimmt. Das ist auch eine Reaktion auf die stetig wachsenden Softwareangebote. Informationen zur Weiterentwicklung der Fachlichkeit mit digitalen Medien bieten u. a.

  • Angebote der regionalen und überregionalen Lehrerfortbildung
  • die Beratung digitale Bildung
  • Veranstaltungen der Schulbuchverlage
  • Tagungen externer Anbieter
  • Fortbildungen der Zentren für Lehrerfortbildung an den Universitäten
  • Lehrerfortbildungen der wissenschaftlichen Gesellschaften
  • das „Twitterlehrerzimmer“ unter #twlz oder #twitterlehrerzimmer

An dieser Stelle können nur einige Aspekte der fachspezifischen Medienintegration genannt und Hinweise auf weiterführende Informationen gegeben werden. Die grundsätzlichen Vorteile für Schüleraktivierung, Üben, usw. oder zu methodischen Ansätze wie z. B. „Flipped Classroom“ werden hier nicht aufgeführt, sondern dazu finden sich Erläuterungen und Beispiele unter dem Punkt „Unterrichtsgestaltung“. Es wird auch ausgeblendet, wie die Digitalisierung sich auf den Kanon von Unterrichtsinhalten auswirkt bzw. diesen verändert.
Die hier aufgeführte Zusammenstellung versteht sich als eine mögliche Antwort auf die Frage nach dem Beitrag der digitalen Medien zur „Fachlichkeit“. Nach Fachbereichen geordnet ist zusammengestellt, wie digitale Medien im Fachunterricht gewinnbringend eingesetzt werden können.
Aufgrund der Dynamik der technologischen Entwicklung ist davon auszugehen, dass sich die Möglichkeiten des fachspezifischen Einsatzes fortlaufend erweitern oder verändern.

Überblick über digitale Medien im Fachunterricht

Gesellschafts- und Wirtschaftswissenschaftliche Fächer

  • Erweiterung der Möglichkeiten, Lerninhalte anschaulich anzubieten, z. B. durch eine interaktive Karte oder einen interaktiven Zeitstrahl
  • Ausweitung der Materialbasis durch den flexiblen Zugriff auf virtuelle Angebote von Museen und anderer Bildungseinrichtungen
  • Integration von „Serious Games“, um Informationen spielerisch zu vermitteln und Prozesse erlebbar zu machen
  • Geschichte: „digital story telling“ z. B. auf YouTube oder in den sozialen Netzwerken, wie z. B. „Ich, Eisner!“
  • Geographie: Umgang mit geographischen Informationssystemen, Geocaching
  • Wirtschaft und Recht: Umgang mit Online-Bewerbungen und digitalen Berufswahlplattformen

MINT

  • adaptive Übungsprogramme, die Schülerinnen und Schüler die Aufgaben zuweisen, die ihrem individuellen Kenntnisstand entsprechen
  • interaktive Geometriesoftware
  • Simulationen/Erklärvideos, um z. B. bisher unsichtbare Vorgänge „sichtbar“ zu machen
  • virtuelle Experimentierumgebungen für gefährliche oder aufwändige Experimente
  • digitale Messwerterfassung mit Sensoren
  • Coding, z. B. mit „Calliope“
  • Biologie: Apps zur Artenbestimmung

Musisch-ästhetische Fächer

  • eigenhändiges Produzieren, z. B. durch Apps zum „Komponieren“ oder von Vidioclips als Begleitung zu dem Auftritt eines DJs
  • Erweiterung des kreativen Arbeitens im Kunstunterricht, z. B. durch den Einsatz eines „Green Screens“ oder aktueller Medieninhalte mit montiertem Bildmaterial
  • Aneignung neuer Methoden, z. B. Sketchnoting, Visual Summary

Sprachen

  • Ausweitung des Umgangs mit Texten, z. B. durch die Transformation eines analogen, linearen Inhalts in ein Multimediaprodukt
  • Aufbau von interkulturellen Kompetenzen durch den Zugriff auf authentische Texte und Angebote für „virtuelle“ Exkursionen
  • Reflexion der Grenzen und Möglichkeiten künstlicher Intelligenz in der Kommunikation, z. B. durch den Einsatz von Übersetzungstools

Beispiele der Projektschulen folgen in Kürze.

„Horsemaning“ als Beispiel für Bildmanipulation (folgt)

Informationen zu „Visual Summary“ finden sich hier.